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5 Tipps für Hoteliers in Zeiten von Corona

Naturhotel Rainer Ratschings
Travel Charme Bergresort Werfenweng
Eggerhof Mallnitz
Alphotel Tyrol Ratschings
Hotel Alpengarten Mallnitz

Menschen in Quarantäne, abgeriegelte Grenzen innerhalb der EU, Home-Office für (fast) alle. Etwas das wir uns bis vor 2 Monaten noch nicht vorstellen konnten… Corona geht uns alle an! Viele Branchen sind betroffen – die Hotellerie trifft es besonders hart.

Hier unsere 5 Tipps für Hoteliers in Zeiten von Corona

TIPP 1: In Kontakt bleiben

Dass Ihre Gäste im Moment nicht zu Ihnen kommen können, ist (leider) traurige Realität. Aber: die Zeit danach wird kommen. Schreiben Sie Ihren Gästen mal einen kurzen Newsletter – Sie könnten von aktuellen Arbeiten (vielleicht bauen Sie gerade einen Garten um selbst Gemüse zu ernten, streichen die Fenster in einer neuen Farbe oder, oder, oder). Bleiben Sie in Kontakt – zeigen Sie Ihren Gästen was Sie machen, wie Sie die Zeit sinnvoll nutzen um ihren zukünftigen Aufenthalt noch schöner zu gestalten, ihnen noch mehr zu bieten.

Geben Sie kurze Updates auf Facebook oder Instagram und zeigen Sie Ihren Gästen die Fortschritte von gewissen (Klein-) Projekten.

Halten Sie Ihre Website aktuell, pflegen Sie am besten schon mal die Sommer/Herbst/Winter-Angebote ein. Ja, die Gäste suchen bereits heute nach Sommer-/Herbst-Angeboten!
Kommunizieren Sie den Gästen Ihre geplanten Angebote, machen Sie Appetit auf zukünftige Abenteuer. 

TIPP 2: Gäste verstehen – Umgang mit Buchungen

Angst – ein Wort welches in den letzten Wochen vielerorts häufig aufgetreten ist. Ein Gefühl welches viele Menschen derzeit verstärkt plagt und auch vor unseren Gästen nicht Halt macht: Gedanken wie: „Kann ich meine Reise antreten? Bekomme ich mein Geld zurück? Kann ich mir den Urlaub überhaupt noch leisten?“ um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Als Hotelier hat man natürlich genauso viel Angst und genauso viele Fragen. Unseren Gästen sollten wir aber mit Verständnis begegnen und aktiv auf diese zugehen. Um ihnen die Angst zu nehmen – und somit zugleich unsere Angst einzudämmen.

Buchungen bis Ende Juni/Juli

Werden Sie aktiv und schreiben Sie Ihre Gäste an – vielleicht greifen Sie auch gleich zum Hörer – gerade Stammgäste freuen sich über ein persönliches Gespräch

Informieren Sie Ihre Gäste über die derzeitige Situation und berichten Sie über die Maßnahmen im Betrieb. Bieten Sie ihnen die Möglichkeit bis 1-2 Wochen vor Anreise kostenfrei zu stornieren, rufen Sie sie auf ihren Aufenthalt auf später in diesem Jahr umzubuchen anstatt zu stornieren und bieten Sie ihnen dafür als Zuckerl ein kostenloses Upgrade auf die nächst höhere Kategorie oder lassen Sie sich etwas anderes Besonderes einfallen!

Falls Gäste sich derzeit auf keinen Alternativ-Termin festlegen möchten, versuchen Sie die Leistung als Gutschein gut zu schreiben. Besonders attraktiv: die Erhöhung des Werts um einen gewissen Prozentsatz. Beispiel: der Gast hat 1.000 Euro angezahlt, als Gutschein bekommt er 1.100 Euro.

Hier ein Beispiel von Hotelier Alexander Nothegger, Gastgeber im Naturhotel Kitzspitz:

„Wir haben alle unsere Sommergäste angeschrieben, die Stornofristen aufgehoben und sie gebeten, ihre Buchungen nach Möglichkeit aufrecht zu lassen, damit wir auch etwas "beruhigter" Richtung Wiedereröffnung blicken können und geplante Investitionen nicht absagen müssen. Während vorher für Mai bis Juli 2-3 Stornos pro Tag reinkamen, ist seit dem Schreiben nichts mehr gekommen.“

TIPP 3: Erledigen Sie JETZT was Sie immer auf SPÄTER verschoben haben

Dass die Hotellerie sehr arbeitsintensiv ist, weiß jeder der entweder A.) selbst im Hotel tätig ist/war B.) Freunde/Bekannte/Verwandte hat die auf A zutreffen oder C.) sich genauer in einem Hotel/Restaurant umschaut und beobachtet was hier alles innerhalb kürzester Zeit passiert.

Wenn also

  1. Papa von 8 Uhr früh bis 22 Uhr abends in der Küche steht und danach noch die Bar schmeißt
  2. Mama die wichtigste Kraft im Restaurant ist, sich um Reservierungen kümmert, eindeckt, bedient und zwischendurch noch die Stammgäste betüdelt
  3. der Schwiegersohn von früh bis spät an der Rezeption die Gäste ein- und auscheckt, Reservierungen einpflegt, Rechnungen und Anzahlungen verwaltet
  4. und die Tochter sich um die Hochzeiten in der externen Event-Location kümmert, Besichtigungen organisiert und nebenbei noch ihre eigene kleine Tochter unterhält

DANN versteht wohl jeder, dass manches einfach liegen bleibt…

Nutzen Sie die Zeit um genau diese Dinge die Sie immer auf später verschoben haben, genau JETZT zu erledigen: hier ein paar Beispiele woran immer gearbeitet werden kann:

1. Online-Auftritt (Website, Google, Social Networks, Vertriebspartner etc.)

 

Infos

Stimmen die Infos, die über Ihr Unternehmen im Web kursieren? Nehmen Sie sich Zeit, schauen Sie alle Angaben und Links auf Ihrer eigenen Website durch.

Falls noch nicht vorhanden: erstellen Sie sich unbedingt einen Google My Business Eintrag damit Sie auch gefunden werden und Ihren potentiellen Gästen viele tolle Bilder von Ihrem Unternehmen präsentieren können.

Auch ganz ganz wichtig: checken Sie die Infos auf Ihren Partner-Websites. Kontrollieren Sie die Hotel-Beschreibung, Ausstattungen etc. auf booking.com, Expedia und wie sie alle heißen und verbessern Sie damit Ihr Ranking!

 

Bilder

1 Bild sagt mehr als 1.000 Worte: nehmen Sie diesen Satz ernst und checken Sie Ihre Bilder im Web (eigene Website, Social Media Kanäle, Google My Business, Distributions-Partner etc.) und auf Ihren Print-Medien etc. – So unglaublich wichtig, so oft unterschätzt! Alte unprofessionelle Bilder sind im Jahr 2020 einfach nicht mehr zeitgemäß. Vielleicht sind Sie selbst oder jemand anders Ihrer Familie ja ein ganz solider Hobby-Fotograf?! Jetzt wäre eine gute Zeit um sich diesem Thema anzunehmen.

 

Bewertungen

Fluch und Segen zugleich aber aus der heutigen Zeit wohl nicht mehr wegzudenken. Online-Bewertungen! Ob Produkte, Restaurants und Hotels oder Arbeitgeber – offensichtlich lieben wir Menschen alle Arten von Bewertungen. Unsere Entscheidungen hängen maßgeblich davon ab. Und doch kümmern sich viele Betriebe nicht darum. Auch hier ist es die Zeit die wir nicht haben.

Unsere Empfehlung: 1x wöchentlich ½ Stunde in Bewertungen investieren um diese zu beantworten UND Lob/Kritik an die jeweiligen Abteilungen weitergeben. Negative Bewertungen sollten sofort beantwortet werden!

2. Informieren Sie sich

Sie denken schon lang über Ihren eigenen Hofladen, ein neues Reservierungssystem oder den Umbau des Schuppens nebenan nach? Nutzen Sie die Zeit und surfen Sie drauf los.

Vielleicht denken Sie schon seit 1,5 Jahren darüber nach mal eine Online-Kampagne für Ihr Hotel zu starten? Recherchieren, lesen Sie sich ein, unterhalten Sie sich mit Kollegen (Skype, Zoom, WhatsApp Call etc. – da gibt’s viele schöne Tools) und probieren Sie aus ob es das richtige für Ihr Hotel ist. 

3. Mit Kollegen und Freunden austauschen (mit technischer Unterstützung versteht sich!)

Ein Treffen mit Freunden ist längst überfällig? Nutzen Sie die Zeit UND Technik! Einfach mal per Skype durchrufen, kühles Bierchen oder einen schönen Wein dazu und los geht’s. Erzählen, lachen, über Gott und die Welt plaudern… und wer weiß welche tollen Ideen hier wieder entstehen.

Überlegen Sie sich mit welchen Unternehmen Kooperationspartnerschaften eingegangen werden können, tauschen Sie sich hierzu mit (regionalen) Partnern aus.  

4. Mitarbeiter im Fokus 

Gerade in diesem Bereich gibt es oftmals Nachholbedarf. Vor Corona war es für viele Betriebe schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Wie es danach aussehen wird, kann heute niemand sagen – daran, dass gute Mitarbeiter sich Arbeitgeber wünschen die auf ihre Wünsche eingehen, wird aber höchstwahrscheinlich auch Corona nichts ändern. Hier ein paar Punkte:

  • Mitarbeiter-Gespräche (per Videokonferenz: sicherlich besser als gar nicht!)
  • Ideen-Wettbewerb (was können wir in der derzeitigen Situation machen? Wo im Betrieb können wir noch besser werden?)
  • Dienstpläne (ja, auch Mitarbeiter haben ein Privatleben – Dienstpläne sollten spätestens 1 Woche – besser wären noch 2 Wochen – im Voraus kommuniziert werden)
  • Personalessen (unappetitliches Essen = Zeichen mangelnder Wertschätzung)
  • Mitarbeiter-Unterkünfte (alte Unterkünfte mit schlechten Matratzen und Schimmel im Badezimmer = Zeichen mangelnder Wertschätzung)

TIPP 4: Distributionskanäle checken – Direktbucher belohnen

Wer kennt sie nicht? Booking.com und Expedia – zwei der mächtigsten im Online-Hotelbuchungs-Dschungel. Die Reichweite die ein kleines Hotel durch diese Riesen gewinnt, ist zweifellos beträchtlich. Allerdings sind Neuerungen auf den Portalen und Änderungen von Bedingungen für Vermieter oft schwer nachzuverfolgen und durchzublicken. Informationen zu einigen aktuellen Geschehnissen gibt es hier. Booking.com und Expedia Kunden bitte unbedingt lesen!

Wir empfehlen: belohnen Sie Ihre Direkt-Bucher mit (egal welchen) Zusatzleistungen – hier ein paar Beispiele:

  • Flasche Wasser oder kleines Willkommenspräsent auf dem Zimmer
  • Gutschein für die Bar (steigert automatisch den Umsatz an der Bar)
  • 1 Dessert täglich aufs Haus
  • Leih-Artikel oder -Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung stellen (z.B. ½ Tag Schneeschuhe, E-Bike, E-Auto etc.)
  • Kostenloses Lunchpaket für die Wanderung
  • Und viele mehr…

Günstigere Zimmerpreise auf Ihrer eigenen Website können leider sehr schnell zu „Abstrafungen“ im Ranking auf den jeweiligen Portalen führen.

Hoteliers die über keine Online-Buchungsmöglichkeit auf ihrer eigenen Website verfügen, können ihre Direktbucher aber (telefonisch, per Mail) sehr wohl mit einem günstigeren Zimmerpreis belohnen.

TIPP 5: innovativ sein, überlegen Sie wie trotz Corona Umsatz generiert werden kann

Das ist wohl definitiv der schwierigste Punkt.

  • To Go Service anbieten (bitte unbedingt Bestimmungen pro Land prüfen)
  • „besondere“ Gutscheine anbieten (bei Gutscheinkauf bis 30.4. erhöhe ich den Wert um 10 %)
  • Lager durchforsten, Gebrauchtes verkaufen (kontaktlos)
  • Online-Kochkurse anbieten
  • Mitarbeiter um Ideen bitten und Wettbewerb draus machen
  • Und vieles mehr…

Nutzen Sie die Zeit – werden Sie aktiv und vor allem: BLEIBEN SIE GESUND!

 

 

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